"Arbeit"
Mein Bild von nicht-selbständiger Arbeit ist bisher von folgenden Punkten geprägt:
- man befindet sich in einem festen Zeitrahmen an seinem Arbeitsort (z. B. 8:00- 17:00 Uhr),
- weil man dafür Geld bekommt,
- unabhängig davon, wie viel man gerade zu tun hat,
- man bekommt relativ gleich geartete Aufgaben vorgesetzt
- und versucht seine Arbeitszeit mit den vorgegebenen Aufgaben und Prokrastinationsmitteln wie Facebook zu füllen.
Zugegebenermaßen mangelt es mir an dieser Stelle an eigenen Erfahrungen. Trotzdem bekommt man ein bisschen was mit. Und das ist nicht der Traum meiner schlaflosen Nächte. Ich nehm zwar bisher noch kein Geld ein und hab auch nicht wirklich viel zu tun, dafür ist mein aktueller Stand deutlich angenehmer:
- ich schaffe was, wenn ich Lust darauf habe, das kann auch Nachts um 3:00 sein *zur Uhr schiel*
- ich lerne viele neue und spannende theoretische und praktische Sachen (Coachingmethoden, Existenzgründung, Werbemittel erstellen, Selbstmanagement, Finanzplanung,...)
- es gibt keine vorgegebenen Arbeitszeiten, die ich mit Unsinn füllen muss, weil aktuell nichts ansteht
- ich richte meine Arbeit so aus, dass ich das tue, was ich wirklich möchte
- ich kann die Anforderungen, die ich erfüllen will, sukzessiv anpassen.
Find ich alles ziemlich gut. Selbst der Versuch die Homepage anzufangen fühlt sich nicht wie arbeiten an, obwohl ich keine Ahnung von IT- Krams habe und alles, was damit zu tun hat, normalerweise Frustanfälle auslöst (der hiesige war vergleichsweise entspannt). Psychologen sprechen da von intrinsicher Motivation. Hoffentlich geht mir die nicht flöten, so bald wie ich Geld für meine Zeitgestaltung bekomme.
losian am 14. Januar 12
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Biorhythmus
Es ist 9:40 und ich bin seit einer Stunde wach. Und ich habe zwischenzeitlich sogar schon mein Hart IV- Problem gelöst. Das ist total super, weil:
Mein Biorhythmus ist gerade etwas geschädigt mit Schlafmustern zwischen 3:00 und 14:00 und 18:00 und 20:00 (ja, ich schlaf auch zu viel nebenbei). Was nicht so toll ist, da die meiste Nutzzeit inklusive Licht zum aktuell "normalen" Aufstehen schon wieder vorüber ist. Die Uni hat die meisten Tage nur bis 12:00 auf und ich könnte mal mein Diplomzeugnis abholen. Okay, nicht heute, weil Freitag, der 13., und da muss man nichts riskieren und unnötig vor die Tür gehen.
Ich würde schon gerne wieder mehr zum Sonnenaufgang hin wach sein (Sonnenaufgänge sind eh toll) und mehr vom Tag nutzen. Meine Hauptarbeitsschübe habe ich auch zwischen 8:00 und 11:00 (das fällt gerade auch überhaupt nicht auf =) ) und 22:00 und 2:00. Was ziemlich doof ist, wenn man den ersten Teil davon noch schläft. Da schafft man nicht all zu viel am Tag. Aber jetzt, wo ich schon mal wach bin, konnte ich auch gleich was sinnvolles schaffen. Das darf gerne öfter der Fall sein.
Wenn ich bis Mittags schlafe, habe ich erst mal mein Nachmittagsloch. Das heißt, ich schaffe da nixx. Danach gibts nen "Mittagsschläfchen" über etwa eine Stunde, in der wieder nichts passiert. Gegen 20:00 kommt der Gedanke "um die Uhrzeit arbeitet man normalerweise nicht mehr, da ist Feierabend" und mit etwas Glück kommt zwischen 22:00 und 2:00 doch nochmal nen Schub, um was zu machen. Das ist nicht soo viel Zeit. Gut, der Prokrastinierer in mir denkt sich " je weniger Zeit zum Arbeiten, desto weniger Zeit zum Aufschieben", was auch nicht schlecht sein muss. Aber eigentlich würde ich gerne mehr vom Tag haben und schaffen. Da würds mich auch nicht stören, wenn ich zwischen 13:00 und 16:00 nochmal nen Stündchen schlafe, da schaffe ich im Normalfall sowieso nixx.
Die letzten Tage war ich auch schon zwischen 7:00 und 9:00 wach, aber immer mit einem extremen Schweregefühl, das mich ins Bett gedrückt hat. Vermutlich muss ich mich erst wieder daran gewöhnen, trotzdem hoch zu kommen. Hoffentlich wirds was, ich würd gerne mit meinem Leben ein bisschen mehr machen als schlafen und Schaffenslöcher schieben.
losian am 13. Januar 12
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Freitag, der 13.
Weils mir gerade auffällt. :D
Ich hab eigentlich nur zwei Erinnerungen an einen Freitag den 13. Der eine ist der 13.10.1989. An dem Tag wurde mein jüngerer Bruder geboren. Das war für mich nicht gerade ein Glücksfall, da es dazu geführt hat, dass sich meine Eltern um ihn sehr intensiv gekümmert haben und ich ziemlich vernachlässigt wurde. Nicht gut. Aber mittlerweile ist er mir der Liebste aus meiner Familie. Super lieber Junge. Schon ein Wunder, was aus ihm geworden ist, wenn man ihn von früher kennt. *g Das andere war der 13.01.2006. Ganz normaler Tag, einer, bei dem man nicht erwartet, das irgendwas passiert. Hab noch mit meiner Mutter telefoniert, die mir ganz am Ende erzählt hat, das mein Kaninchen verstorben wäre. Dazu muss man wissen, dass mir der Kurze in meiner Kindheit/ Jugend am nächsten stand. (Ja, komische Nummer, ist aber so.) War aber okay, da ich zu Hause raus war und von der Familie mit allen menschlichen und tierischen Mitgliedern ein gutes Stück weg.
Ansonsten... sind weder meine Großeltern an einem Freitag, den 13. verstorben, noch habe ich an einem solchen Tag mein Studium abgebrochen, mir den Arm gebrochen, eine Absage vom Makler für eine Wohnung bekommen, meinen Ex- Freund kennen gelernt, und er hat sich auch nicht an einem Freitag, den 13. von mir getrennt (oaky, das war auch eher ein Glücksfall).
Von daher... zumindest in meiner Welt definitiv viel Lärm um Nichts. Trotzdem ist mir ein bisschen mulmig. Vielleicht meldet sich ja heute der Makler wieder. So langsam wirds Zeit... *g
losian am 13. Januar 12
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Prokrastination
Nun möchte ich mich hier nicht nur über meine täglichen Gewohnheiten auslassen, sondern will auch etwas theoretisches Wissen weiter geben, dass ich dabei erwerbe.
Das erste Thema hierbei ist Prokrastination, da ich davon aktuell am meisten Ahnung habe (nicht nur praktisch, sondern tatsächlich auch theoretisch).
Der Begriff Prokrastination wurde 1588 das erste Mal in England erwähnt und stammt aus dem lateinischen, pro wie für und cras wie morgen. Dabei bezieht sich „morgen“ im seltensten Fall auf den nächsten Tag, sondern viel mehr auf einen nicht näher benannten Zeitpunkt in der Zukunft. Der Ausdruck umschreibt das wiederholte Verlegen einer erforderlichen Maßnahme in die Zukunft auf Grund eines Mangels oder Fehlens einer selbstregulatorischen Leistung, die notwendig wäre, um die Handlung sofort auszuführen. Oder kurz zusammengefasst: Man kann sich einfach nicht aufraffen etwas zu tun. Aufschieben kann man quasi alles vom Aufräumen bis zur Steuererklärung. Die meisten Prokrastinierer finden sich geisteswissenschaftlichen Studenten, vertreten sind sie jedoch kreuz und quer durch alle Bevölkerungsschichten.
Es gibt zwei verschiedene Typen von Prokrastination. Der ursprüngliche, passive Typ kann sich nicht aufraffen anzufangen, driftet dahin und schafft es nicht seine Aufgaben zu erledigen. Dadurch erfährt er Ängste, wird depressiv, hat schlechte Leistungen an der Uni oder im Beruf, hat ein schlechtes Zeitmanagement und leidet an Schlafstörungen, Stress oder Hoffnungslosigkeit. Der zweite Typ ist der aktive. Dieser entscheidet sich bewusst dazu Aufgaben jetzt liegen zu lassen und ist dadurch flexibel in seiner Zeitgestaltung. Er kann die Dauer, die er für die Bewältigung einer Aufgabe benötigt, sehr gut abschätzen und liebt den Druck durch eine bevorstehende Deadline, die seine Motivation und seine Leistung deutlich steigert. Mit diesem Verhalten ist er sehr zufrieden.
Ursachen für prokrastinatives Verhalten findet sich zum einen in der Überforderung. Die ganze Flut von Informationen, Kontakten, Input, Technik, usw., die auf uns herein bricht, kann zu viel für uns werden. Dann blenden wir diese einfach mit den damit verbundenen Aufgaben aus und schieben diese automatisch vor uns her. Da erweist es sich als nützlich, sein Leben aufzuräumen und das zu entrümpeln, was man nicht benötigt. Als zweite Hauptursache finden sich Präferenzprobleme. Zum einen kann es attraktiver sein Dinge morgen zu erledigen als heute, um dann morgen festzustellen, dass es einem jetzt lieber wäre, man hätte sie gestern schon erledigt. Damit wird der Aufgabenzeitpunkt konsequent verschoben. Zum anderen kann man sich langfristige Ziele setzen, zum Beispiel das Bestehen einer Prüfung in drei Monaten, um dann aber fest zu stellen, dass es heute noch attraktiver ist, Computer zu spielen, weil dieser Wert unmittelbar greifbar ist. Der Wert der bestandenen Prüfung hingegen ist noch abstrakt und gering und deswegen tun wir heute dafür noch nichts oder nur wenig. Hier erweist es sich als nützlich, sich klar darüber zu werden, was man eigentlich will, und das dann auch zu tun.
Was kann man dagegen tun? Man will dem ja nicht hilflos ausgeliefert sein. Wenn man vorher schon einmal etwas aufgeschoben hat, hilft es, sich dies zu vergeben. Das ist gar nicht so schwer, wenn man sich ein paar Minuten Zeit nimmt, um darüber nachzudenken. Dadurch reduziert man negative Emotionen in Bezug auf die Erwartung der Prokrastination der nächsten Aufgabe und erleichtert es sich damit diese zu beginnen. Viele Aufgaben erscheinen groß, komplex und unüberschaubar. Dann ist es hilfreich sie in kleine Einzelheiten zu zerlegen, die einfach zu erledigen sind. Keep it small and simple - kiss. Auch Deadlines sind sehr hilfreich, da das Aufschieben dann irgendwann mal ein Ende haben muss. Zusätzlich ist es auch nützlich, sich selbst gesetzte Zwischendeadlines zu wählen, die dem Umfang der einzelnen Aufgabenteile entsprechen.
Prokrastination kann hinderlich sein, muss es aber nicht. Falls es das ist, sollte man sich Gedanken dazu machen, was man wirklich will, das gut strukturieren, Störelemente ausräumen und daran arbeiten. Falls es das nicht ist, kann man einfach so weiter machen wie bisher.
Ein schönes Buch, in dem viele Aspekte von Prokrastination sehr frisch und locker beschrieben sind, ist "Dinge geregelt kriegen - ohne einen Funken Selbstdisziplin" von Passig und Lobo.
Natürlich gibt es zu dem Thema auch Comics:

losian am 10. Januar 12
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ein Intermezzo
Da ich im Moment zu viel Zeit und zu wenig Geld habe, habe ich mir überlegt, dass ich mich bei einer Quizsendung bewerben könnte. Gesagt, getan... oder eher versucht. Die Kontodaten zur Abbuchung der Bewerbungsgebühr konnte ich natürlich noch abschicken, aber bei der eigentlichen Bewerbung kam nur eine Fehlermeldung auf mehrfachen Versuch die Daten abzuschicken. Um auf Nummer sicher zu gehen, dass es gerade tatsächlich nicht funktioniert, habe ich den kompletten Vorgang mit selbem Ergebnis wiederholt.
Daraufhin habe ich eine Mail an den Anbieter geschickt mit der Bitte die Gebühr nicht abzubuchen, da ich mich nicht bewerben konnte. Keine Antwort, dafür war das Geld ein paar Tage später weg. Geht so nicht, also das Geld von der Sparkasse zurück holen lassen. Zwei Tage später gabs ne Rechnung vom Anbieter über die Bewerbungsgebühr zuzüglich einer Bearbeitungsgebühr. Also korrekterweise gab es zwei Rechnungen, da der Anbieter nicht in der Lage ist, diese beiden gleich gearteten Fälle zusammen zu fassen. Hätte ja auch Kompetenz erfordert.
Vielleicht ging denen meine erste Mail ja verloren. Oder so. Was eigentlich nicht passieren darf. Also zweite Mail geschickt, mit Beschreibung des Vorganges und Bitte um Aufklärung. Nach der zweiten Rechnung mit einer weiteren Bearbeitungsgebühr habe ich nochmalig darauf hingewiesen, dass es sinnvoll wäre zu kontrollieren, wie viele Bewerbungen von mir eingegangen sind. Falls es nicht exakt zwei sind, was nicht der Fall sein kann, muss ein Fehler vorliegen. Schwups, hätte man das heraus gefunden und könnte lösungsorientiert arbeiten. Aber man spricht nicht mit mir...
Mal schaun, was als nächstes passiert. Vermutlich ne dritte Rechnung, auf die ich nicht mehr reagieren werde...
Wenn man sonst nichts zu tun hat, kann man so wenigstens seinen Spieltrieb ausleben.
erste Gehversuche
Nun hänge ich leider immer noch in meinem alten Wohnort fest. Mindestens bis März. Bis dahin möchte ich aber auch nicht untätig rumsitzen.
Kurzfristig kostengünstiges Zeitmanagement anzubieten könnte nicht nur meine Kasse und meine Zeit füllen, sondern mir auch erste Arbeitserfahrungen verschaffen. Eine Zielgruppe dafür sind natürlich Studenten, die eh fast alles fast immer vor sich her schieben und damit spätestens zur nächsten Prüfung Probleme bekommen könnten. Gestern habe ich einen kleinen Werbezettel gebastelt, den werde ich die Tage aushängen. Vielleicht meldet sich darauf ja jemand. Dazu habe ich auf einer lokalen, kostenfreien Nebenanzeigenseite ein Angebot reingestellt. Vielleicht klappt auch das. Dann müsste ich mir nur noch ein paar Gedanken machen, wie das Zeitmanagement aussehen soll und hab wieder etwas mehr zu tun. Und vielleicht kommt mir die Tage noch die ein oder andere Idee.
losian am 10. Januar 12
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