Mittwoch, 24. April 2013
bridgen
Partnerspiele haben es so an sich, dass das Spielergebnis auch von den Fähigkeiten des Partners abhängt. Also habe ich als Bridgefrischling immer nur mit einem Bekannten gespielt, der kann das ab, das ich nicht wusste, was ich mache. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch sehr große Hemmungen, mit anderen zu spielen - und sie in die Abgründe meines Unvermögens hinein zu ziehen.
Mittlerweile habe ich etwas Ahnung und Spiele mit Fremden. Und schlage regelmäßig die Hände über meinem Kopf zusammen. Heute hatte mein Partner in der Info angegeben, er würde Forum D spielen. So weit so gut. Keine Ahnung, was das konkret heisst, aber es wird schon in sich konsistent sein... nicht. Im ersten Spiel bieten wir 1NT-2Caro-2Herz-2NT. Von meinem Partner wurde Transfer offensichtlichst abgelehnt, er hatte nur 2 Herz, aber 5 Caro. Ein paar Spiele später waren wir bei 1NT-2Caro-3NT. Und plötzlich hatte er 2 Caro und 5 Herz. Also wollte er jetzt wohl Transfer bieten. Ist mir ja wurscht, wie, aber a) sollte er sich entscheiden und b) sollte das in Forum D eigentlich fest stehen und nicht nach Lust und Laune verändert werden. Zwischendrin hat er mich mehrfach mit sieben Trumpf auflaufen lassen, deutlich zu wenig geboten und Stiche mit Gewalt weggeschenkt. Claimen ist natürlich auch ein Fremdwort... Irgendwann bin ich dann gegangen. Ich spiel ja viel, aber nicht jedes Müllgebot von meinem Partner. *aaargh* Wozu hab ich mir als Anfänger so Gedanken gemacht, wenn andere Leute offensichtlich keine Hemmungen haben ihren Partner mit ihrer Inkompetenz zu belasten?



Ein guter Tag zum Färben
Männer, fast nur nur Männer fanden sich zusammen. Wenn ich vorher darüber nachgedacht hätte, hätte es mich vermutlich nicht so verwundert. Weniger überraschend empfand ich dagegen die hohe Zahl an BDSM-Interessierten. Schließlich waren wir auf dem Weg zur Paintballhalle 'Alcatraz'. Die Zeit dorthin wurde - wer hätte das nur gedacht - mit mehr oder weniger guten Wortwitzen überbrückt: Ein guter Tag zum Färben! Triff neue Freunde! Und hinterher machen wir ein paar schicke bunte Fotos! Im Gegensatz zu dem Versuch, im Back-Office Brötchen zu erhalten oder als Aalternative zum Galadinner in eine Sushibar zu gehen, waren hiesige Auswüchse ausgesprochen verträglich.
Dort angekommen wurden wir eingekleidet, alle Frauen bekamen unter anderem einen Brustschutz. Ich habe meinen abgelehnt, gegen den dicken blauen Fleck auf meinem Oberschenkel hätte er vermutlich kaum geholfen. Und von dem Schuss auf meinen Rücken durch einen Mitspieler aus meinem eigenen Team - ich fasse es immer noch nicht - habe ich keine Spuren über. Etwa die Hälfte von uns trug einen weißen Overall. Ursprünglich dachte ich, dass dieser auf den Schutz vor Farbflecken abzielt, aber er hilft auch wunderbar, um nicht als Schütze identifiziert zu werden, insbesondere auch nicht als solcher aus den eigenen Reihen...
Im Gegensatz zum gegnerischen Team haben wir vor der ersten Runde keine taktischen Absprachen getroffen. Als Resultat haben wir im Freistil sieben Mal nacheinander gewonnen. Auch wenn ich in der ersten Runde nicht all zuviel dazu beitragen konnte: Ich habe keinen Gegner gesehen, keinen Schuss abgegeben, und doch war ich - platsch - gelb, tot. Welch grandioser Einstand.
Nach 90 Minuten, 5000 abgegebenen Schüssen, diversen gelben Treffern und blauen Flecken ging mein erstes Paintballmatch zu Ende. Mit der Schutzmaske vor dem Gesicht und der etwas surrealen Umgebung fühlte ich mich wie in einem Live-Computerspiel. Insgesamt schienen wir alle viel Spaß zu haben, alle waren sehr fair zueinander und abgesehen von stark vermatschten Schuhen sind wir alle unbeschadet wieder heraus gekommen.



Dienstag, 23. April 2013
Bibliotheksbesuch
Seit vorgestern habe ich eine neue Hausarbeit, über Morphologie - weiß Gott, was mich da geritten hat. So muss malte wieder Literatur besorgt werden (und ganz nebenbei die alte abgegeben). Fleißigst habe ich mir gestern eine Liste mit möglichen Büchern zusammengestellt. Sehr nützlich, wenn man irgendwo in der Stadt merkt, dass man sie vergessen hat. Ein paar Werke habe ich trotzdem gefunden, allerdings nicht die, die ich unbedingt dabei haben sollte. Und wie die beiden fehlenden heißen, hatte ich natürlich nicht im Kopf.
Eine Möglichkeit zur Selbsthilfe gab es zum Glück: Auf der Ghostwriter-Seite, auf der ich meine Aufträge erhalte, sind sie in einer Nachricht erwähnt. Also habe ich mich mitten in der Bibliothek unter den ganzen anwesenden Studenten, Aufsichtskräften und anderweitigen Mitarbeitern auf dieser Seite eingeloggt. Wenn man einen etwas längeren Blick darauf geworfen hat, hat man auch sofort erkannt, wo ich mich gerade herum treibe... War mir irgendwie ein bisschen befremdlich. Und seltsamerweise hatte ich mehr Sorge, dass man mich der Unterstützung durch einen Ghostwriters bezichtigt als eben selbst solch einer zu sein. Hab mich zu erst auch gar nicht getraut, die Seite aufzurufen... Aber nachdem ich dort nach den fehlenden Infos gesucht hatte, habe ich die beiden Bücher gefunden. Und das ist viel besser, als ein zweites Mal hinfahren zu müssen.



Dienstag, 9. April 2013
lesen...
Ich kann sie nicht mehr sehen. Diese Worte! Überall! E-Mails, Internetseiten, Bücher, Straßennahmen, Rätsel, Artikel, usw etc pp. (ja Schatz, wenn Dir auffällt, dass SMS fehlen: das ist kein Zufall :-)).
Letzte Woche habe ich 500 Seiten Nesbo gelesen (okay, der ist verdammt gut und macht schwer süchtig), gefühlte 1000 Seiten für eine Hausarbeit (spannendes Thema, aber irgendwann reicht's auch wieder), vielleicht 200 Seiten für nen anderen Job und was nicht alles auf Internetseiten, Plakaten, an Chats...
Einfach mal einen Tag lang nicht ein Wort lesen. Das wär mal was. Also muss der Rechner ausbleiben, meine Dateien haben schließlich alle Namen, alle Bücher müssen weg, sogar meine Rätselzeitung- da steht vorne Sudoku drauf, oder ich schlag sie einfach vorher auf -, Gitarre spielen muss ich auf die zwei Lieder beschränken, die ich auswendig kann (wird also sehr schnell sehr öd), vor die Tür gehen kann ich auch nicht, da wird man von Worten quasi erschlagen. Filme schauen geht natürlich auch nicht, da taucht auch überall Geschriebenes auf. Bleibt also quasi nur den ganzen Tag im Bett zu bleiben, zu malen, Rätsel zu lösen und an die Decke zu schauen. Ist auch nicht so spannend. Obwohl... mit der richtigen Gesellschaft könnte das glatt was werden. :-)) Oder ich fahr nen Wochenende in den Wald. Ohne Karte und ohne Wegweiser. Auch schwierig. Aaaargh. Kann doch nicht so schwer sein, einfach mal davor zu flüchten. Aber selbst in meinen Träumen gibt es Geschriebenes...