Samstag, 31. August 2013
nicht mein Tag
Oder vielmehr nicht meine Woche.
Es läuft echt klasse, wirklich. Job, Wohnung, Auto, trallala. Hurra!

Nur... Erst hab ich mein Namensschild vom Job im Klo versenkt. Ungelogen. War grad fertig, hab mich wieder richtig angezogen. In dem Moment lösts sich und schwups liegts im Klobecken. Nein, ich wollte es nicht wieder heraus holen. Statt dessen weggespült. Muss ja keiner wissen, wie mir das abhanden gekommen ist.
Gestern früh hab ich passend zum Klo nen Scheißhaufen mitgenommen. Und meine Schuhe, die haben Profil, das geht auf keine Kuhhaut. Da sind Rillen drin, die sind so winzig, da ist der Schuhdesigner garantiert nie in nen Hundehaufen getreten und musste das wieder abmachen. Mittlerweile stinken sie nicht mehr, endlich. Aber gestern bin ich den ganzen Tag auf Socken rumgelaufen. Und natürlich hat mich jeder von Kollegen bis Maßnahmenteilnehmer drauf angesprochen. Und alle mit Humor genommen, das passte immerhin. Auch wenn ich mir vorher eingebildet habe, dass das ja vielleicht keiner mitbekommt. Bei 20 Leuten. Pustekuchen!
Heute stand einkaufen an. Erst vergessen, die Flaschen neben dem Laden in die Rückgabe zu stecken. Das ging noch. Und dann gleich dabei gemerkt, dass ich meine Geldbörse vergessen hatte. In der sechsten Etage. Da war die Motivation besonders hoch zum holen. Aber muss ja, hab schon seit gestern Durst gelitten, weil nixx mehr zu trinken da.
So in dem Stile gehts die ganze Woche schon. Bin allerdings auch etwas unkonzentriert und durch den Wind vom ganzen aktuellen Stress. Wird schon wieder besser werden!



Dienstag, 6. August 2013
18 Monate Dresden
18 Monate war ich jetzt insgesamt knapp in Dresden. Und hab doch mehr gesehen, als ich vermutet hätte. Ich war
- in der Schokoladenbar (mehrfach!)
- im Kino (vielfach)
- im Hygienemuseum
- im Schwimmbad
- in der Heide
- am Flughafen (zweimal)
- in der Neustadt (da wohn ich schließlich)
- im Großen Garten + da Bimmelbahn fahren
- in der Frauenkirche
- vor der Semperoper
- in der Unibib
- in der Unisporthalle
- neben dem Konzert zu den Filmnächten am Elbufer von Xavier Naidoo
- lecker Eis essen
- genauso lecker Italienisch essen
- Erdbeeren verschlingen
- bei Fielmann eine Brille bekommen
- Contactimpro tanzen
- Improtheater spielen
- bei Mensa-Spieleabenden und Stammtischen
- am Lagerfeuer singen
- in der Kunsthofpassage
- im Umsonstladen ein Buch nehmen und viele da lassen
- im Theater ein Theaterstück schauen
- im Theater die Fußball-WM gucken
- bei Skatturnieren.
Das war gar nicht mal so wenig. Das einzige, was fehlt, ist ein Besuch im Glücksg(r)as-Stadion zum Dynamo-Spiel. Am 9. spielen sie zu Hause - gegen Union Berlin. Vielleicht schaff ichs doch noch dahin. Klingt allerdings nach Derby mit Krawallambitionen.
Mal schauen, was im Pott so alles auf mich zu kommt. Ich freu mich auf jeden Fall drauf! :-)



Sonntag, 4. August 2013
nie wieder Hochbett
Ich wollte schon immer ein Hochbett haben, mein Leben lang. Da oben hocken und auf die Welt unter mich schauen. Toll. Das Zimmer, das ich noch habe, wollte ich unbedingt, weil sich ein eben solches hier drin befindet. Fantastisch, wie das geklappt hat. Abends einmal rein klettern, pennen, morgens wieder raus.
Dachte ich.... Bis man nachts schiffen muss. Oder abends vergessen hat, eine Wasserflasche mit hoch zu nehmen. Oder tagsüber das Buch lesen will, das da oben liegt. Oder das Handy braucht, das man da oben vergessen hat. Oder unten das Telefon klingelt. Oder... Ganz abgesehen davon, dass mein Kater zwei Mal die Leiter umgeworfen hat und ich runter springen musste. Und dass die Leiter zwei Mal zu Boden gerutscht ist, während ich drauf stand. *autschn!*
Es war echt schön, die Erfahrung gemacht zu haben, aber... nie wieder, niemals wieder. Vielleicht ein Podest oder so etwas, ja, das könnte sehr nett sein. Aber nie wieder diese depperte permanente Kraxelei aufs Hochbett. Denn heute Mittag habe ich im Rahmen meines Umzugs-Aufräumens meine Matratze auf den Fußboden runter geholt.



Vorannahmen
Freitag / gestern hatte ich mal wieder so eine Situation, wo meine Vorannahmen mit dem äußeren Input kolidiert ist. Und ich deswegen die Situation nicht so voll geblickt habe (blicken konnte?).
In meiner Welt fährt man tagsüber Auto, außer, es geht gar nicht anders. Und in meiner Welt verlässt man eine Urlaubshütte vormittags. Dann kam abends gegen sechs oder so die Info, dass man von der Urlaubshütte "in zwei Stunden" nach Hause fahren würde. Das war schon so verwirrend, dass das kaum zu verarbeiten war. Einen Tag später kam noch ein "irgendein Fahrzeug hatte einen Unfall, deswegen hat sich die Fahrt verzögert". Danach war in meinem Kopf Ende. In meiner Welt haben Autos nur tagsüber Unfälle und nachts kommt man grundsätzlich perfekt durch und wird nicht aufgehalten. Das war zu viel. Und ich wusste vorne und hinten nicht mehr, ob die Rückfahrt nun tagsüber oder nachts war.
Es ist einfach sinnvoller, zuzuhören und anzunehmen, statt seine Vorurteile bestätigen zu wollen und die Realität damit total zu verzerren. Dann klappts auch mit der Kommunikation.
Aber das ist nicht so einfach. Und noch viel schwieriger wirds, wenn einem die eigenen Vorannahmen nicht einmal bewusst sind.



Ein Meer von Schwalben
Jaa, es geht um des Deutschen zweitliebstem Hobby: Fußball.
Dass Schwalben im Männerfußball vorkommen ist ja mittlerweile Gang und Gebe. Die im EM-Finale der Norwegerinnen haben mich da schon mehr geschockt. Das waren, meine ich, sogar die ersten Schwalben, die ich je im Frauenkicken gesehen habe. Total schade, ich fands bisher sooo toll, dass es bei den Mädels so viel fairer zugeht als bei den Männern. Und gemeckert wird da ja auch nicht. Ich hatte den Wunschtraum, dass es für immer so bleibt. Pustekuchen, leider...
Dabei finde ich Schwalben machen voll schwer. Als Feldspieler würde ich das nie hinbekommen. Im richtigen Moment abheben, hinfallen, mich dreimal um die eigene Achse drehen und dabei am besten auch noch schreien. Viel zu schwer. Ich schaffs kaum hinzufallen und mich zu beschweren, wenn ich tatsächlich gestoßen werde...
Im Hallenturnier wurde ich mal von nem Gegenspieler angerempelt. Bin umgefallen, war mir aber nicht bewusst, dass daran der Gegner schuld war. Dann hab ich gesehen, dass der Ball hinter mir ins Tor kullert... Und hab ich angefangen zu schreien / Geräusche von mir zu geben / mich aufzuregen, in der Hoffnung, dass der Schiri darauf reagiert und das Tor nicht gibt. Aber wenn man von außen schaut, müsste man eigentlich voll gemerkt haben, dass ich viel zu spät reagiert habe. (Oder die Zeit hat sich in meinem Kopf so gedehnt, das tut sie beim Kicken öfter.) Gepfiffen hat der Schiri trotzdem. Und ich glaub, das hätte er auch gemacht, wenn ich nixx gesagt hätte.
Allerdings lege ich auch keinen Wert darauf, die Kunst des Schwalbierens zu lernen und einzusetzen. Zumindest im Amateursport sollte einem Fairness wichtiger sein als Gewinnen. Und wenn die Norweger die Elfmeter versenkt hätten, hätte deren resultierender EM-Sieg auch einen exxtrem schlechten Beigeschmack gehabt. Unbeliebt sind sie bei mir deswegen jetzt auch so schon.